„Unschuldiges Blut hängt ihr auf. Umsonst tötet ihr mich.“ – Neue Perspektiven auf die deutsche Kolonialgeschichte"

Geschichte
  • 1 Seminar
  • 2 Teilnehmerdaten
  • 3 Übersicht
K-321-02
Deutschlands Vergangenheit als Kolonialmacht ist im Bewusstsein der meisten Menschen in unserem Land lange Zeit kaum präsent gewesen. Nach allgemeiner Ansicht war die Kolonialzeit kurz, unerheblich und fand ein – aus deutscher Sicht – unrühmliches Ende. Allenfalls prägte eine apologetische bis romantisierende Sicht die Perspektive auf dieses Kapitel der Geschichte. In jüngster Zeit hat aber ein langsamer Veränderungsprozess begonnen, der im Sommer 2020 im Zuge der #BlackLivesMatter-Bewegung und Protesten an kolonialen Denkmälern auch bei uns einen entscheidenden Schub bekam. Allerdings wurde dabei auch deutlich, wie wenig über diese wichtige Epoche der Geschichte bekannt ist. Im Schulunterricht spielte (und spielt) sie für Generationen von Schüler*innen keine Rolle, und in der Ausbildung der Lehr*innen kam sie kaum vor.
Das Seminar führt in die deutsche Kolonialgeschichte ein und legt dabei einen Schwerpunkt auf unbekanntere Aspekte dieses historischen Kapitels: die vielfältigen Formen des Widerstands in den angeeigneten Gebieten. Von Petitionsbewegungen und anti-kolonialen Gedichten, über Arbeitsverweigerung bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen verstanden es die Menschen in und aus den überseeischen Gebieten, sich Handlungsmacht zu erhalten oder anzueignen und sich gegen die Zerstörung ihrer Gesellschaften zur Wehr zu setzen. Mit offenen Armen empfangen wurden die Deutschen in aller Regel jedenfalls nicht.
Komed Raum 313
142,00 EUR inkl. 22,67 EUR (19,0%) MwSt.

16.09.2021 10:00 - 28.10.2021 11:30

Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst

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